Veranstaltung
19.00 – 21.00 Uhr
Ev. Akademie Sachsen-Anhalt
Die Anbetung der Heiligen Drei Könige
Der Maler Hugo van der Goes
Das im Ankauf teuerste Bild der Berliner Gemäldegalerie fasziniert durch seine ungeheure Naturnähe in der Darstellung, welche die agierenden Gestalten und den sie umgebenden Raum so realistisch erfasst, dass die über 550 Jahre, die uns von seiner Entstehung trennen, zu verschwinden scheinen. Jedes kleinste Detail auf dem Gemälde ist von seinem Maler präzise definiert und noch heute gut zu erkennen. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen ist das Bild eines der rätselhaftesten in der Berliner Sammlung und weist viele Fragen auf. Eine genaue Bildbetrachtung führt uns hinein in eine Zeit, welche die Renaissance sowie die Reformation vorbereitete, ein neues Verhältnis des Menschen zur Natur und zu sich selbst entwickelte und in großen Unruhen und vielen Kriegen Europa erschütterte und umgestaltete.
Ausgehend von einem einzigen Gemälde wird uns dabei auch das Bild, welches wir uns von jener längst vergangenen Zeit machen, genauer und detailreicher, indem wir den Fragen nachspüren, die uns das Gemälde stellt: Wer waren die Auftraggeber, die sich ganz offensichtlich in den Rollen der drei Weisen aus dem Morgenland portraitieren ließen? Für welche Kirche wurde das Bild gemacht? Hat es Hugo van der Goes alleine gemalt? Wie kam es nach Spanien, wo es Anfang des 20. Jahrhundertes entdeckt und für Berlin angekauft wurde? Wenn auch nicht alle Fragen klar zu beantworten sind, ist die Suche nach den Antworten doch höchst spannend und lohnend und bereichert uns in unserem Verständnis einer Epoche, die um die Erneuerung der Religion rang, den Humanismus hervorbrachte und die Wissenschaften weiter entwickelte. Dabei begegnen wir einem Denken, welches wie die kostbaren Gewebe der flandrischen Tuchmacher oder die kunstvollen Kompositionen der Musiker von Cambrai verschlungen und vielschichtig ist und sich mehrerer Bedeutungsebenen bedient.
Die Malerin Claudia Hauptmann, in deren Atelier Arbeiten zu dem Bild stattfanden, lädt ein, in die Geschichte des Hugo van der Goes, seiner Kunst und seiner Zeit einzutauchen.
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- Freie Plätze vorhanden
Zur Aktivität: Vorträge und Inputs
